Projekt „Mysłowice – Mühlacker – meine Stadt“

11.11.2017

Tradition fortgeführt: Lebendiger Austausch der Georg-Kerschensteiner-Schüler mit der Partnerschule in Mysłowice

Mühlacker. Ein fröhliches Wiedersehen erlebten 15 Schülerinnen und Schüler der Georg-Kerschensteiner-Schule Mühlacker: Die Gruppe reiste für eine knappe Woche zum Gegenbesuch bei der Partnerschule, dem Lyceum Ogolnokszakcace im polnischen Mysłowice. Die Mehrzahl der Schüler hatte bereits beim Besuch in Deutschland im Frühjahr teilgenommen. Begleitet wurde die Gruppe, Schüler des Berufskollegs, des Wirtschaftsgymnasiums und der Berufsfachschule, von Schulleiter Rainer Schork und den Lehrkräften Alexander Keck sowie Rebekka Munker.

Nach einem reibungslosen Flug trafen sich deutsche und polnische Teilnehmer im Studentenhotel Zaczek in Krakau. Der Fußweg vom Hotel bis in die Innenstadt betrug nur 15 Minuten – deshalb nutzen alle die Möglichkeit, sich am ersten Abend ein Bild von „Krakau by night“ zu machen. Am nächsten Morgen stand eine zweistündige Führung durch die Stadt und auf den Wawel, die ehemalige Königsresidenz Polens, auf dem Programm. „Der deutschsprachigen Leiterin gelang das Kunststück, die Schüler trotz des bescheidenen Wetters durch Anekdoten und eine anschauliche Darstellung der Geschichte Polens zu faszinieren“, meint Rainer Schork.

Danach konnte die freie Zeit zum Shoppen, Besichtigungen auf eigene Faust oder einen Kaffee am Marktplatz genutzt werden. Am Tag darauf, dem letzten in Krakau, besuchte die Austauschgruppe noch das Collegium Maius, die älteste Universität Polens, an der Kopernikus und Papst Johannes Paul II. studiert hatten. Am Abend ging es dann mit dem Zug nach Mysłowice und für die Schüler zu ihren polnischen Gastfamilien.

Der erste Tag dort stand im Zeichen von Schule und Stadt. Morgens wurde das gemeinsame Projekt „Mysłowice – Mühlacker – meine Stadt“ mit der Darstellung von kulturellen und gesellschaftlichen Gemeinsamkeiten und Unterschieden bearbeitet und vorgestellt. Am frühen Nachmittag empfing der stellvertretende Bürgermeister der Stadt die gesamte Gruppe und betonte, dass er – wie auch Schulleiter Schork – sehr glücklich und stolz sei, dass es den Austausch in dieser Form gibt. Gleichzeitig gab er der Hoffnung Ausdruck, dass es die Begegnungen auch noch lange geben wird.

Das Kontrastprogramm zum unbeschwerten Kennenlernen von Krakau und Mysłowice war der Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau am folgenden Vormittag. „Die detailreiche Führung löste bei unseren deutschen Schülern sehr große Betroffenheit aus“, sagt Alexander Keck: „Im Gegensatz zu den polnischen Gastgebern kannten sie den Ort bislang nur aus dem Geschichtsunterricht.“ Dennoch war die Stimmung abends wieder gelöst, denn wie auch am Vorabend trafen sich die Schüler beider Nationen zu gemeinsamen „lehrerlosen“ Unternehmungen wie Bowling oder Shopping in Katowice.

Bei der Abreise waren viele Tränen bei allen Schülern zu sehen, als es hieß: „Do widzenia!“ und „Auf Wiedersehen“. Für die deutsche Seite hoffen alle Beteiligten, dass der vom nächsten Schuljahr an amtierende neue Schulleiter den Austausch beibehalten wird. Und für den scheidenden Rainer Schork hätte Alexander Keck, der den Austausch seit vielen Jahren organisiert, einen Vorschlag: „Herr Schork könnte doch trotz seines verdienten Ruhestandes als ‚Senior President‘ am Austausch teilnehmen.“ (enz)