Telemedizinische Visite am Krankenhaus Mühlacker

11.12.2016

Erfolgreiche Anbindung des Krankenhauses Mühlacker als Haus der Enzkreis-Kliniken gGmbH an das Telemedizinzentrum Ludwigsburg

Mühlacker. Das Gesundheitswesen in Deutschland wird in Zukunft mit großen Herausforderungen konfrontiert sein, heißt es in einer Pressemitteilung der Regionalen Kliniken Holding (RKH) unter deren Dach auch die Enzkreis-Kliniken gGmbH (EKK) sind. Dazu zählt allen voran die Telemedizin, die jetzt zwischen den Kliniken Ludwigsburg und Mühlacker eingesetzt wird.

Dazu gehören insbesondere der demographische Wandel, der schnelle medizinisch-technologische Fortschritt und die ausreichende, flächendeckende Versorgung. Dies führt dazu, dass sich nicht nur die Versorgungsformen verändern müssen – mehr ambulant als stationär – und mehr Netzwerke aller an der Patientenversorgung beteiligter Gesundheitsanbieter gebildet werden, sondern auch moderne Informationstechnologien zum Einsatz kommen.

Die Telemedizin umfasst im Allgemeinen die Anwendung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen. Dazu zählt zum einen die Nutzung digitaler Patientendaten, zum anderen die Nutzung von Technologien, welche unmittelbar die Diagnostik und Therapie der Patienten durch eine zeitliche und räumliche Überbrückung verbessert. So kann der mangelnden Verfügbarkeit fachärztlicher Experten in kleineren Klinikstandorten begegnet werden.

Im Gegensatz zu vielen anderen Telemedizin-Projekten in Deutschland, die noch in der Pilotphase stecken, sind die RKH-Kliniken im Routinebetrieb in die digitale Zukunft gestartet. Dieser Einstieg in die Telemedizin wurde durch die sehr gute technische Struktur der RKH ermöglicht. Mit Hilfe der neuen Technik können Spezialisten unterschiedlichster Fachgebiete aus dem Klinikum Ludwigsburg an den kleineren RKH-Kliniken hinzugezogen werden. Dies führt zu einer verbesserten und effizienteren Patientenversorgung.

Bereits am 11. Oktober 2016 fand die erste telemedizinische Visite am Krankenhaus Mühlacker statt. Bei der Oberarzt-Visite auf der Intensivstation der Klinik für Anästhesiologie wurden mit Hilfe entsprechender Videotechnik zwei Ärztinnen aus dem Klinikum zugeschaltet. Bei der Visite in Mühlacker konnten die Anästhesisten die Expertise der leitenden Ärztin des Zentralbereichs für Infektionsprävention und Hygienemanagement bei der Antibiotikatherapie der Intensivpatienten hinzuziehen.

Neben dem Krankenhaus Mühlacker, konnte im November die Internistisch-Diagnostische Tagesklinik für geriatrische Patienten an das Telemedizin-Zentrale Ludwigsburg angebunden werden. Bei der Verbindung zwischen den RKH-Kliniken handelt es sich um eine Datendirektverbindung eines Internetanbieters. Basis ist das unternehmenseigene Netzwerk, auf das kein Dritter Zugriff hat.

Nach der Implementierung der Telemedizin innerhalb des RKH-Klinikverbunds soll zukünftig auch über die Grenzen der RKH und der Landkreise hinweg eine telemedizinische Vernetzung mit verschiedenen Kooperationspartnern aufgebaut werden. Dazu zählen beispielsweise das Diakonie-Klinikum Schwäbisch-Hall und das Klinikum Crailsheim. Weitere Krankenhäuser haben bereits starkes Interesse am Beitritt zum RKH-Telemedizin-Netzwerk bekundet. Perspektivisch soll das Netzwerk sektorenübergreifend erweitert werden (z.B. Arztpraxen, Pflegeheimen, etc.).

Enzkreis-Kliniken gGmbH

Die Enzkreis-Kliniken gGmbH, zu der das Krankenhaus Mühlacker, das Krankenhaus Neuenbürg und die Geriatrische Rehabilitationsklinik in Mühlacker gehören, nimmt mit insgesamt 293 Betten eine wichtige medizinische Versorgungsaufgabe im Enzkreis wahr. Rund 700 Mitarbeiter kümmern sich jährlich um das Wohl von fast 13.000 stationären und 21.000 ambulanten Patienten.

Regionale Kliniken Holding

Die Regionale Kliniken Holding (RKH) mit ihren acht Kliniken und einer geriatrischen Rehabilitationsklinik in den Landkreisen Ludwigsburg (Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim gGmbH und Orthopädische Klinik Markgröningen gGmbH), Enzkreis (Enzkreis-Kliniken gGmbH) und Karlsruhe (Kliniken des Landkreises Karlsruhe gGmbH) sowie deren jeweiligen Tochtergesellschaften ist ein kommunaler Verbund mit insgesamt 2530 Betten, 7600 Mitarbeitern und 112.000 stationären Patienten sowie einer Bilanzsumme von 818 Millionen Euro, jeweils in 2015. In den nächsten Jahren soll die Position der RKH als wichtiger Gesundheitsanbieter in der Region ausgebaut werden. Die RKH steht eigenen angaben zufolge für ein breites medizinisches Leistungsspektrum aus einer Hand, eine hohe Behandlungsqualität und ist für die Mitarbeiter ein attraktiver Arbeitgeber. Eine wichtige Rolle wird dabei der Netzwerkgedanke spielen.