Bis jetzt keine Pünktlichkeitsstatistik bei Linienbussen

29.12.2016

Enzkreis: In den nächsten Jahren werden alle Regionalbusse sogenannte Echtzeitinformationen liefern - Thema auch das Landesprojekt eines Expressbusses Pforzheim-Leonberg

Enzkreis. Qualität und Angebot der Busverbindungen im Enzkreis müssen verbessert werden, fordert die CDU-Fraktion im Kreistag. Sie sprach in einer Anfrage sowohl die Pünktlichkeit der Linienbusse an also auch die Umsetzung des Planes des Landes über Expressbusse an. Inzwischen liegen die Antworten aus dem Landratsamt vor, wie die Fraktion mitteilte.

Auch vor der Verabschiedung des Kreishaushalts 2017 hatte Fraktionsvorsitzender Günter Bächle (Mühlacker) den Punkt vorgebracht. Grundsätzlich könnten die Kunden von Bus und Bahn Verlässlichkeit erwarten – dazu gehörten ein fester Takt und Pünktlichkeit: „Wenn Sie an einem Samstagabend in Maulbronn auf den Linienbus warten, der für 19.41 Uhr im Fahrplan steht, aber erst um 19.52 kommt, sind Sie als Fahrgast nicht amüsiert.“ Landrat Karl Röckinger räumte jetzt in einer schriftlichen Antwort ein, der Enzkreis verfüge derzeit noch nicht über eine Pünktlichkeitsstatistik bei Linienbussen im Enzkreis. Es gebe aber bei Problemfällen vom Verkehrsverbund Pforzheim/Enzkreis (VPE) vorgenommene Pünktlichkeitskontrollen, um die Ursachen herauszufinden.

Außerdem hat der VPE, so der Landrat weiter, im Jahre 2009 eine größere Untersuchung durchgeführt, in die 265 Regionalbusfahrten einbezogen waren. Die Busse seien damals zu 89,4 Prozent pünktlich abgefahren und zu 78,5 Prozent pünktlich angekommen. Für straßengebundene Fahrzeuge sei dies durchaus ein guter Wert, meint Röckinger in seiner Antwort an Bächle.

In den nächsten Jahren werden alle Regionalbusse sogenannte Echtzeitinformationen liefern, kündigte der Landrat an. Im privaten Bussektor seien fast alle Fahrzeuge umgerüstet, bei RVS Südwestbus gebe es noch Probleme: „Wenn die Technik rund läuft, stehen beim VPE für alle Unternehmen automatisierte Pünktlichkeitsstatistiken zur Verfügung.“ Falls eine Pünktlichkeitsstatistik für eine konkrete Verbindung benötigt werde, könne der VPE bereits heute die elektronischen Daten der privaten Busunternehmen - nicht im Auftragsverkehr des RVS - auf die Pünktlichkeit hin auswerten.

Einen zweiten Punkt griff die CDU-Fraktion auf. Ihr Vorsitzender verwies auf ein Landesgesetz, in dem auch Expressbuslinien Pforzheim-Leonberg und Vaihingen-Renningen als Ziel genannt werden. „Gibt es inzwischen mehr Klarheit, wer für die Umsetzung dieser beiden Linien zuständig ist, gibt es einen Zeitplan und wie äußert sich das Land dazu?“ Ein Teil der genannten Expressbusse ist nur innerhalb der Region Stuttgart vorgesehen und verkehrt teilweise schon unter der Bezeichnung „Relex-Busse“ im Auftrag des Verbands Region Stuttgart (VRS). Ein Teil soll an Regionsgrenzen nicht Halt machen.

Die Kreisverwaltung habe in der Sache erneut Kontakt mit dem Verband Region Stuttgart aufgenommen, antwortet der Landrat. Grundsätzlich sei man dort offen für neue Projekte. Zunächst wolle man aber beobachten, wie die soeben gestarteten ersten drei Expressbuslinien am Markt ankommen. Es gebe noch keine Festlegung, welche weiteren Regiobuslinien gegebenenfalls umgesetzt werden.

Die Kreisverwaltung sieht die Umsetzung der neuen Angebote im Regionalbusverkehr, über die im Juni im Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistags berichtet wurde, als vorrangig an. Dies gelte umso mehr, als bereits bei diesen Projekten die Grenzen einer Mitfinanzierung durch die Stadt Pforzheim deutlich geworden seien. Um die Finanzierungsgrundlagen zu verbessern, wird sich die Kreisverwaltung gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis (VPE) darum bemühen. die künftige Förderung des Landes für Expressbuslinien auch für die eigenen Projekte nutzbar zu machen.