Arbeitnehmer als Models

17.01.2017

Fotoausstellung "Wo Ideen zu Produkten werden - Industrielle Arbeitsplätze in der Region" bis 3. Februar im Rathausfoyer Mühlacker zu sehen

OB Frank Schneider bei de Eröffnung der Ausstellung. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch Lou Thomé (links). 
OB Frank Schneider bei de Eröffnung der Ausstellung. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch Lou Thomé (links).

Mühlacker - Schwungvolle Eröffnung der Fotoausstellung "Wo Ideen zu Produkten werden - Industrielle Arbeitsplätze in der Region" gestern Abend im Rathausfoyer Mühlacker. Stadt, IG Metall und namhafte Unternehmen aus Mühlacker und Umgebung laden ein zur Besichtigung bis 3. Februar. Zum 125. Geburtstag der IG Metall ist diesse Bilderschau entstanden. Arbeitnehmer als Model: Zu sehen sind 45 Portraits von Beschäftigten aus 15 Unternehmen an deren Arbeitsplätzen. Es sind sehenswerte Momentaufnahmen der heutigen Arbeitswelt. In Szene gesetzt wurden diese von dem Industriefotografen Winfried Reinhardt, dazu gibt es jeweils einen auf den Punkt gebrachten erläuternden Text der Journalistin Ina Rau.

Bei der Eröffnungsveranstaltung ging der Oberbürgermeister von Mühlacker, Frank Schneider auf die besonders ausgeprägte Industriestruktur der Stadt Mühlacker ein. Er stellte heraus, dass deshalb der Ausstellungsort besonders geeignet sei, diejenigen heraus zu stellen, die mit ihrem Fleiss, Ideen und Innovationskraft maßgeblich zum Wohlstand der Region beitragen.

Die Kassiererin der IG Metall Pforzheim, Liane Papaioannou bedankte sich in ihrer Eröffnungsrede für die freundliche Begrüßung und die Möglichkeit, die Fotos in den Räumlichkeiten der Stadt Mühlacker zeigen zu können. 125 Jahre IG Metall, das seien 125 Jahre Engagement für Freiheit, soziale Gerechtigkeit, Respekt, Toleranz und Frieden. Alles, was in den vergangenen 125 Jahren erreicht werden konnte, ist das Werk von vielen, die häufig nicht wahrgenommen werden, erklärte Papaioannou.

Werkzeuge entstehen durch die diffizile Arbeit von Werkzeugmachern und Werkzeugmacherinnen. Die Fachleute an den Galvanikbändern sind für die kostbar glänzenden Oberflächen von Kontakten, Halbleitern und Schmuckstücken verantwortlich. Kreative Ingenieurinnen und Ingenieure entwickeln die immer neuen Produkte und Programme. Goldschmiedinnen und Goldschmiede zaubern in filigraner Handarbeit wunderschöne Schmuckstücke. Des Deutschen liebstes Spielzeug - das Auto - wird von Kfz-Mechanikerinnen und Mechatronikern liebevoll gewartet und repariert, so Papaioannou weiter. Auf den Bildern werden einzelne Beschäftigte an ihren Arbeitsplätzen gezeigt: "Sie symbolisieren damit aber auch all jene, die täglich dafür sorgen, dass Produkte aus Deutschland für Qualität stehen und in die ganze Welt exportiert werden."

Dem Industriefotografen Winfried Reinhardt und der Journalistin Ina Rau sei es gelungen mit den Bildern und den Texten den Stolz der Menschen auf ihre Tätigkeiten zu vermitteln. "Sie zeigen uns mit einem vermeintlichen Blick auf den Einzelnen, zugleich das Ganze - Sie zeigen uns wie industrielle Arbeitsplätze heute aussehen", so Papaioannou.

Die Gewerkschafterin richtet aber auch den Blick in die Zukunft. Sie sagte, die Industriegesellschaft 2017 stehe vor der vierten industriellen Revolution. Es komme darauf  an, gerade durch Aus-, Fort- und Weiterbildung dafür Sorge zu tragen, dass die Menschen nicht auf der Strecke bleiben. "Fortschritt darf nicht nur Wenigen nutzen, er muss in gesellschaftlichen Fortschritt für alle gewandelt werden."

Gerd Owczarek, Direktor der Sparkasse der Marktregion Enzkreis, sprach das Grußwort für die Wirtschaft. Er stellte zwar heraus, dass die IG Metall Pforzheim und die Unternehmen der Region unterschiedliche Interessen hätten, sie aber auch eine gemeinsame Zielsetzung verbinde, nämlich die Wirtschaft unbeschadet durch Krisen zu manövrieren und Arbeitsplätze zu sichern.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch Lou Thomé.

Die Ausstellung kann zu den üblichen Rathausöffnungszeiten besucht werden. Dazu http://www.muehlacker.de/stadt/rathaus-politik/buergerservice/kontakt.php