Unter "Mühlacker, Stuttgarter Straße" nur eine leere Zeile

27.12.2016

Keine Werte mehr - weder über die Belastung durch Feinstaub noch durch Stickstoffdioxid - Messstelle passiv - Seit 2009 Umweltzone

Mühlacker. Keine Werte aus Mühlacker - weder über die Belastung durch Feinstaub noch durch Stickstoffdioxid. Zum Beispiel heute um 17 Uhr in der tagesaktuellen Liste über NO2-Konzentrationen/Anzahl Überschreitungen (1-Stundenmittelwerte in µg/m3) und PM10 Anzahl Überschreitungen der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW). Wer die Internetseite http://mnz.lubw.baden-wuerttemberg.de/messwerte/aktuell/regD9NO2.htm anklickt und nach unten scrollt, findet unter "Mühlacker, Stuttgarter Straße" nur eine leere Zeile. Denn die Spotmessstelle ist passiv. Und das in einer Stadt, die 2009 eine Umweltzone ausgewiesen bekam wegen zu hoher Belastungen bei Feinstaub (PM10) und Stickstoffdioxid (NO2).

„Trotz der Probleme in Stuttgart – in ganz Baden-Württemberg konnte die Luftqualität im Jahr 2016 verbessert werden. Wir halten die EU-Grenzwerte für Feinstaub an fast allen Messstellen im Land sicher ein. Damit sind wir nicht im Ziel, aber wir sind ihm ein großes Stück näher gekommen. Dies ist gut für alle Menschen, besonders jene mit Lungen- oder Herz-Kreislaufkrankheiten“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann heute in Stuttgart.

Die Feinstaub-Messungen des Landes zeigten bis Mitte Dezember an fast allen Messstationen des Landes weniger als 25 Tage mit überhöhter Feinstaubbelastung von über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter. Eine Ausnahme beim Feinstaub bildet die Messstation am Stuttgarter Neckartor, die für etwa fünf Kilometer Straßen in Stuttgart repräsentativ ist. Überall sonst wird der EU-Grenzwert von maximal 35 Überschreitungstagen sicher eingehalten. „Dies ist eine gute Nachricht, aber nur bei der Feinstaubbelastung. Denn bei Stickoxiden werden die Grenzwerte noch an mehr als 20 Messstellen überschritten. Konsequentes Handeln ist also weiter gefragt - nicht nur in Stuttgart.“

Im Jahr 2010 waren die Feinstaubgrenzwerte noch an 16 Messstationen überschritten worden, z.B. in Reutlingen an 82 Tagen. Da die Feinstaubmesswerte mit dem jeweiligen Wetter stark schwanken, ist ein Rückgang binnen eines Jahres noch nicht repräsentativ. Zuletzt waren die Messwerte für Feinstaub im Jahr 2013 noch in Ludwigsburg, Markgröningen, Tübingen und Reutlingen überschritten worden. In den Jahren 2014, 2015 – und nun auch 2016 wurden sie aber unterschritten. Daher gilt die Einhaltung des Grenzwertes auch nach EU-Kriterien nun als sicher. Auch wenn nicht gemessen wird? (bä)