Sanierungsprogramm und Hochwasserschutz beschäftigen Lomersheimer

01.12.2016

Die knapp 100 Besucher der Einwohnerversammlung im Stadtteil heute Abend hörten Berichte und brachten ihre Anliegen vor - Rund 2800 Einwohner

Lomersheim. Das geplante Sanierungsgebiet Ortskern einschließlich des Bereichs mit der Gemeindehalle sowie Nachbesserungen beim Schutz gegen hundertjähriges Hochwasser bildeten den Schwerpunkt der Einwohnerversammlung. Zu ihr hatte die Stadt Mühlacker just auf heute Abend in diese Gemeindehalle eingeladen, die derzeit einen barrierefreien Zugang erhält - durch den seitlichen Anbau einer Rampe.
Im zweiten Anlauf will die Stadt den Ortskern Lomersheim ins Landessanierungsprogramm bringen, Ende März fällt in Stuttgart die Entscheidung. Im Vorgriff darauf soll die vorbereitende Untersuchung über den Sanierungsbedarf in dem Areal erfolgen. Planungsamtsleiter Armin Dauner baute vor: "Das Sanierungsgebiet Lienzingen kam erst im dritten Anlauf zum Zuge." Er erläuterte das Verfahren und die Möglichkeiten von Zuschüssen für private Gebäude, wenn diese modernisiert werden sollen. Ziel sei die Aufwertung des Kerns von Lomersheim.
Zu zahlreichen Rückfragen führte die Vorstellung der Hochwassergefahrenkarten für die Enz durch Tiefbauamtschef Jörg Soulier. Die Karten ließ das Land Baden-Württemberg erstellen. Dabei zeigte sich, dass beim vorhandenen Schutz vor einem hundertjährigen Hochwasser an der Enz in Lomersheim an einzelnen Stellen einige Zentimeter fehlen, die in den nächsten zwei Jahren nachgebessert werden. Die Karten stehen im Internet unter www.hochwasserbw.de Bürgermeister Winfried Abicht bot individuelle Beratungen für Hauseigentümer durch das Tiefbauamt an.
Begonnen hatte die Einwohnerversammmlung in dem 2800 Einwohner zählenden Stadtteil mit der guten Nachricht, die OB Frank Schneider überbrache: Die örtliche Baufirma HS-Bau habe das Grundstück mit der Brandruine an der Illinger Straße gekauft und wolle es 2017 bebauen. Schneider ging auf das verfehlte Quorum des Bürgerentscheids Gewerbegebiet am vergangenen Sonntag ein: Nun müsse der Gemeinderat über die Frage nach der Ausweisung eines 25 Hektar großen Gewerbegebiets entscheiden, das werde frühestens im Februar 2017 geschehen. In Lomersheim überwogen auch die Nein-Stimmen.
Zu den Berichten der Verwaltung gehörte auch die weitere Bebauung in der Oberen Au auf einem Gelände, auf dem einst Gewächshäuser standen. Im ersten Abschnitt sind sieben bis neun Einfamilienhäuser vorgesehen, in einem zweiten weitere 13. Dauner verwies darauf, dass in Lomersheim fast nur noch im Hagen wenige freie Bauplätze zur Verfügung stünden.
Knapp 100 Besucher kamen zur Einwohnerversammlung, darunter Stadträte und Mitarbeiter der Verwaltung. Bestuhlt war für 270 Personen. Nach eineinhalb Stunden endete die Veranstaltung, nicht, ohne dass der OB den Lomersheimern zuvor die Gelegenheit gab, eigene Themen vorzubringen: die unzureichende Unterbringung der Feuerwehr-Abteilung Lomersheim, lahmes Internet in einzelnen Bereichen des Stadtteils, die Tretminen von Hunden. Zu Beginn hatte Schneider auch zwei gesamtstädtische Dauerbrenner angeschnitten: die Zukunft des Mühlehofs ("wir warten bis 31. Dezember 2016 auf die Mitteilung der Investoren, ob sie Ankermieter gefunden hat") und die laufenden Haushaltsberatungen des Gemeinderats ("keine neuen Schulden"). (bä)