Im Schnecken-Tempo oder alles im Plan?

02.11.2016

Ärger in der Wohnsiedlung Heidenwäldle: Die Tiefbauarbeiten der Stadtwerke Mühlacker (SWM) dauern länger als angekündigt, beschweren sich die Anwohner. Dem widerspricht SWM-Geschäftsführer Jürgen Meeh: Es gebe keine Verzögerungen bei der Leitungssanierung zwischen Ernst-Reuter-Straße und Louise-Schröder-Straße/Pappelweg.

Baufahrzeuge blockieren zeitweise die provisorische Einbahnstraße 
Baufahrzeuge blockieren zeitweise die provisorische Einbahnstraße

Mühlacker. Ärger in der Wohnsiedlung Heidenwäldle: Die Tiefbauarbeiten der Stadtwerke Mühlacker (SWM) dauern länger als angekündigt, beschweren sich die Anwohner. Dem widerspricht SWM-Geschäftsführer Jürgen Meeh: Es gebe keine Verzögerungen bei der Leitungssanierung zwischen Ernst-Reuter-Straße und Louise-Schröder-Straße/Pappelweg.

Wer diesen Abschnitt befährt, kann dies derzeit nur in Ost-West-Richtung: Doch auch auf dieser Einbahnstraße kann es passieren, dass zunächst nichts mehr geht, weil Baufahrzeuge die eigentlich offene halbe Fahrbahn blockieren. Und wer mit seinem Auto jene Bereiche passiert, in denen die Kanäle und Leitungen schon verlegt sind, verfällt am besten in den Schleichmodus, da die oberste Asphaltschicht noch fehlt. Kleine Rüttelstrecken. Wochenlang ließ der Stadtbus der Bauarbeiten wegen das Heidenwäldle links liegen, erst seit 24. Oktober fährt er wieder in die Sieldung, in der fast 3000 Mensschen leben.

Neue Rohre und Leitungen für Gas, Wasser und Strom: "Die dadurch für die Anwohner entstehende Behinderung wurde uns schriftlich für den Zeitraum Ende Juni bis 30. September angekündigt. Nunmehr haben wir bereits Anfang November und die Baustelle wird bei diesem Schnecken-Tempo und möglichen witterungsbedingten Behinderungen noch sicherlich bis Dezember dauern, was eigentlich nicht zu verstehen ist", beschwert sich Anwohner Harry Walbersdorf. Die reine Straßen-Baustelle sei nach wie vor in der gesamten Länge mit Baumaßnahmen halbseitig blockiert. Da werde auf der einen Seite (Ernst-Reuter-Straße/Friedrich-Ebert-Straße) ständig Füll-Material abgelagert, das dann schaufelweise zum Einsatz per Bagger bis zur Baustelle Louise-Schröder-Straße transportiet werden müsse.

Alleine durch diese unnötige Hin- und Herfahrerei werde oft die Einbahnstraßen-Regelung zur Farce; man müsse öfters wenden und die entgegengesetzte Fahrtrichtung nutzen oder gar warten, bis Bagger oder Lkw Platz gemacht haben. "Was wir bemängeln ist die schlechte Planung und Organisation", fasst er seine detaillierte Beschwerdeliste zusammen.

SWM-Chef Meeh lässt das nicht gelten. Diese Baumaßnahme sei durch die vielen Wohnwege und Sackgassen sehr komplex und dauere durch seinen Umfang seine Zeit. Eine weitere Beschleunigung sei nicht möglich, auch gebe es keine Verzögerungen. "Die Firmen und wir arbeiten sorgfältig und zügig. Es ist ein wahrlich sportliches Programm, welches wir uns auferlegt haben. Eine Herausforderung ist die Zwischenlagerung und Entsorgung des Erdaushubes (neue Deponieverordnung)."

Die Bewohner seien von den Stadtwerken und der Tiefbaufirma auf den immensen Umfang in mehreren Schreiben hingewiesen worden. "Mit einigen Bewohnern und auch mit Herrn Walbersdorf habe ich in dieser Angelegenheit schon gesprochen. Der überwiegende Teil der Anlieger hat Verständnis für diese Maßnahme, einige nicht", so Meeh. Zurzeit erfolge noch die 20-kV Leitungserneuerung, welche voraussichtlich - bei optimalen Wetterbedingungen - Ende November abgeschlossen sein würden.

Die Antwort aus der Stadtwerke-Zentrale empört Walbersdorf: "Da bleibt einem doch glatt die Spucke weg. Ich glaube,  ich muss mich bei den Stadtwerken entschuldigen, dass das jetzt länger dauert und ich der einzige bin, der sich darüber beschwert." Die vielen angedeuteten Schreiben für die Verzögerungen seien leider bis heute nicht eingegangen; das müsse wohl in Blindenschrift geschehen sein. "Die einzige Info, die wir erhielten, war die über die Presse, daß das sich noch bis 7.10. hinziehen könnte. Alles andere war ja wohl nach persönlicher Anfrage bei den ausführenden Handwerkern, die meist auch nur schulterzuckend antworten konnten mit vielen Ausreden, was verständlich ist." widerspruch von Meeh: "Ein persönlicher umfangreicher Brief an die betroffenen Anlieger erfolgte am 23.2.2016. Weitere Briefe wurden am 2.6.2016 und am 2.9.2016 versendet. Weiterhin erfolgten Informationen in den öffentlichen Bekanntmachungen (insbesondere Verkehrsführung), der örtlichen Presse und in unserer Kundenzeitschrift."

Doch es geht weiter: In 2017 wird die Sanierung des Teilstückes Louise-Schröder-Straße bis Lienzinger Straße sämtlicher Medien erfolgen. Diese Maßnahme ist ebenfalls sehr anspruchsvoll durch die vielen "Nadelwaldstraßen". warnt Meeh schon einmal vor.


Die Tiefbauarbeiten gehen weiter 
Die Tiefbauarbeiten gehen weiter