„Kein Kind darf verloren gehen"

25.11.2016

"Und in kaum einer Schule wird das so gelebt wie hier“, freute sich Frank Stephan, Dezernent Finanzen und Service Enzkreis. Grund zur Freude war jetzt für alle Beteiligten die fertige Neugestaltung der Außenanlage der Enzbergschule

Enzberg. Die Schülerinnen und Schüler haben ihren neuen Pausenhof längst erobert. „Für jeden gibt es jetzt die passende Nische“, weiß Tim Wundschuh von der Fachbereichsleitung Enzberschule. Ein großes Fußballfeld, Klettergerüste, eine Brücke, die sich prima fürs Versteckspielen eignet und vieles mehr bieten nun genügend Raum und Freiraum zum Austoben und Pause machen, denn auch Sitzgelegenheiten warten darauf, mit Beschlag belegt zu werden. Was vorher, so Wundschuh, nur eine Betonplatte mit ewig vielen Löchern gewesen sei, biete nun für jeden etwas, um sich draußen einfach nur wohlzufühlen.

Die Schülerinnen und Schüler waren von Anfang an bei der Neugestaltung mitbeteiligt. „Manchmal“ erinnert sich die Leiterin der Enzbergschule Sabrina Könne lachend, „standen da 70 Mann am Fenster“. Nicht nur, dass die Mädchen und Jungen das Fortschreiten „ihrer“ Bauarbeiten mit großer Neugier verfolgt und sogar mit Kameras festgehalten haben, sie waren auch vorab befragt worden, wie ein Pausenhof ihrer Meinung nach denn auszusehen hat und was es braucht, um sich dort pudelwohl zu fühlen. Ganz oben auf der Wunschliste: ein richtig toller Fußballplatz.
In drei Bauabschnitten, so erläuterte Miriam Mayer, Leiterin des Amtes für Technische Dienste Enzkreis, fand der Umbau statt. Dabei wurde beispielsweise der obere Schulhof komplett neu angelegt und die alten Mauern saniert. Auch der Zugang von der Straße zum Schulhof wurde erneuert, denn die vorhandene Treppe war zu steil und führte in direkter Linie vom Schulhof hinunter auf die Straße. Von der Stadt Mühlacker wurde deshalb das Grundstück eines aufgegeben Spielplatzes unterhalb des Schulhofes erworben. Selbst der alte Baumbestand konnte größtenteils erhalten werden – die knapp 100järige Eiche gehört nun ebenso und nach wie vor zum Bild der Schule wie neuerdings Kletterseile und Fußballtore. „Seit Herbst“, freute sich dann auch Miriam Mayer, „ist nun alles fertig“.

„Alle Kinder brauchen Freiräume. Die Kinder hier vielleicht noch mehr oder spezieller als anderswo“, war sich auch Monika Müller, Bürgermeisterin für Soziales, Bildung und Sport der Stadt Pforzheim sicher. Nun habe die Enzbergschule eine Freifläche, die der Schule tatsächlich gerecht werde. Damit sei nun erst einmal ein wichtiger Schritt getan. Die Kosten für die Umbaumaßnahmen, die sich laut Miriam Mayer am Ende plangemäß auf etwa 360 000 Euro belaufen würden, werden jeweils zur Hälfte vom Enzkreis und von der Stadt Pforzheim getragen. Alfred Gscheidle, Leiter des Hohberghauses in Bretten, zu der die Enzbergschule als Außenstelle gehört, machte deutlich, wie sehr er den Verantwortlichen zu Dank verpflichtet sei: „Wir erfahren dadurch eine ungeheure Wertschätzung der Jugendlichen und unserer Zielgruppe“. So viel Unterstützung und Engagement sei herausragend, „gerade weil es nicht selbstverständlich ist“. Inklusion, so Bürgermeisterin Monika Müller abschließend, „heißt eben auch, dass wir in Gebäude und Flächen investieren“.
Die Ausstellung mit den Fotoarbeiten der Enzbergschüler und ihrem Baustellenprojekt sind noch bis Ende Januar in den Räumen des BLV in Karlsruhe zu sehen (Südendstraße 12, ohne vorherige Anmeldung, Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr). Danach wandert sie weiter ins Schulamt nach Pforzheim. Inga Brock