Schockraum-Training in der Mühlacker Notaufnahme

21.02.2017

Enzkreis-Kliniken: Schnelles und sicheres Handeln im Ernstfall

Simulierte Akutbehandlung einer schwangeren Verkehrsverletzten. Fotos: Enzkreis-Kliniken gGmbH

Mühlacker. Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen! Das wissen die Teams von Ärzten und Pflegekräften aus unterschiedlichen Fachabteilungen, die im Schockraum der Interdisziplinären Notaufnahme am Krankenhaus Mühlacker die Erstversorgung schwerstverletzter oder polytraumatisierter Patienten übernehmen. Ob Verkehrsunfall, ein Sturz aus größerer Höhe oder hochgradige Vergiftungserscheinungen – im Schockraum kann optimale Teamarbeit und Kommunikation lebensrettend sein.

Im Krankenhaus Mühlacker, das zertifiziertes lokales Traumazentrum ist, wird nicht nur im Alltag trainiert. Alle zwei Jahre werden gezielte Übungen durchgeführt, um die Koordination der Erstversorgung weiter zu optimieren. Ziel eines Schockraum-Trainings sei es, in simulierten Akutsituationen komplexe Abläufe im Echtzeitbetrieb und am echten Menschen zu trainieren, um so im Ernstfall schnell und sicher zu handeln, erklärt der Leitende Oberarzt der Chirurgischen Klinik, Dr. Olgierd Taler. Bereits zum vierten Mal hat der erfahrene Unfallchirurg des Krankenhauses Mühlacker einen Trainingstag für rund 30 ärztliche und pflegerische Mitarbeiter aus unterschiedlichen Fachabteilungen organisiert. Unterstützt wurde er dabei von Kollegen des Klinikums Esslingen, die sich auf Trainingseinheiten im Schockraum spezialisiert haben. „In der Mühlacker Notaufnahme werden pro Jahr etwa 80 polytraumatisierte Patienten von den Rettungsdiensten angekündigt, davon stellen sich dann etwa 25 bis 30 als wirklich schwerverletzt heraus.“ Im Vergleich zu großen Häusern eine relativ geringe Zahl. Dennoch bedarf es für den optimalen Ablauf im Schockraum, der anhand international gültiger Standards geregelt ist, einer grundsätzlichen Routine.

Bei welchen Verletzungen müssen welche Untersuchungen in welchen Zeiträumen angewendet werden? Genau das trainieren die Teams der Mühlacker Notaufnahme regelmäßig. Denn bei der Versorgung von Schwerverletzten müssen mehrere Ärzte und Pflegekräfte zur gleichen Zeit unterschiedliche Maßnahmen zur Untersuchung und Behandlung der Patienten einleiten. Von der Stabilisierung des Kreislaufs und der Atmung durch einen Anästhesisten bis hin zur Diagnostik durch den Radiologen mit Röntgen oder Computertomographie und der Entscheidung für einen operativen Eingriff durch den Unfallchirurgen läuft die Erstversorgung der Patienten im Schockraum Hand in Hand ab. „Dieses Training gibt uns Sicherheit“, bestätigt Katja Vogel-Metzger. Vor allem hinsichtlich der Kommunikation untereinander habe die Gesundheits- und Krankenpflegerin in der Interdisziplinären Notaufnahme hilfreiche Tipps erhalten. „Durch das regelmäßige Training im Schockraum wollen wir die notwendige Selbstsicherheit und Routine behalten, um im Ernstfall systematisch und schnell vorzugehen und auftretende Gefahren so gering wie möglich halten zu können“, ergänzt Dr. Olgierd Taler und zeigt sich erneut zufrieden mit dem diesjährigen Trainingstag am vergangenen Wochenende im Schockraum des Mühlacker Krankenhauses.