Stadt will Grundstück in Dürrmenz zurück

03.01.2017

Bisheriger Eigentümer blieb Nachweis schuldig, dass bis 31. Dezember 2016 mindestens 300 000 Euro verbaut worden sind

Mühlacker - Die Bijouterie Wohnmanufaktur GmbH, die der Dolphin Trust GmbH in Niedersachsen gehört, hat bis zum 31. Dezember keine Architektenbestätigung darüber vorgelegt, dass auf ihrem Areal im Ortskern von Dürrmenz mindestens 300 000 Euro bereits verbaut sind. Dies war allerdings vertraglich zugesichert worden. „Da der Vertrag damit nicht erfüllt ist, wird die Stadt unverzüglich die Rückübertragung des Geländes veranlassen“, teilte die Stadtverwaltung Mühlacker mit, die die Rückabwicklung förmlich eingeleitet hat. Damit entpuppten sich die kürzlich nach mehr als drei Jahren plötzlich aufgenommenen Bauarbeiten als Strohfeuer.

Nach mehr als dreijähriger Untätigkeit begannen Anfang Dezember für gut zwei Wochen die Bauarbeiten auf dem früheren Kanne-Schuler-Areal im Herzen von Dürrmenz. Es gehört der Bijouterie Dürrmenz Projekt GmbH & Co. KG in Tübingen und ist als Bijouterie-Projekt auf dem Markt. Der mehr als dreijährige Stillstand führte zu Ärger in Dürrmenz und in der Mühlacker Kommunalpolitik. Ein Teil der ehemaligen Schmuckfabrik im Bereich Wiernsheimer Straße/Brunnengasse soll saniert und im rückwärtigen Areal durch Neubauten ergänzt werden. Insgesamt 29 Wohnungen sind geplant.

Plötzlich wuselten Bauarbeiter übers Areal, denn wenn bis 31. Dezember 2016 nicht 300.000 Euro verbaut worden waren, fällt das Grundstück an die Stadt zurück – sie steht schon mit einer Planung parat, die eine geringere Verdichtung in der Bebauung vorsieht. Der rote Punkt am Bauzaun zur Brunnengasse hin belegt, seit wann gebaut werden könnte: Die amtliche Baugenehmigung stammt von 2013, nachdem es zuvor einen städtebaulichen Wettbewerb gab, bei dem die jetzige Konzeption siegte.