Bijouterie-Projekt: Bauarbeiten begannen

15.12.2016

Mehr als drei Jahre Verzögerung - Stadt setzt den Investoren Fristen - Stillstand führte zu Ärger in Dürrmenz

Nach mehr als dreijähriger Untätigkeit begannen vor wenigen Tagen die Bauarbeiten auf dem früheren Kanne-Schuler-Areal im Herzen von Dürrmenz. Es gehört der Bijouterie Dürrmenz Projekt GmbH & Co. KG in Tübingen und ist als Bijouterie-Projekt auf dem Markt. Der mehr als dreijährige Stillstand führte zu Ärger in Dürrmenz und in der Mühlacker Kommunalpolitik. Ein Teil der ehemaligen Schmuckfabrik im Bereich Wiernsheimer Straße/Brunnengasse soll saniert und im rückwärtigen Areal durch Neubauten ergänzt werden. Insgesamt 29 Wohnungen sind geplant.

Erst seit wenigen Tagen wuseln Bauarbeiter übers Areal, denn wenn bis 31. Dezember 2016 nicht 300.000 Euro verbaut sind, fällt das Grundstück an die Stadt zurück – sie steht schon mit einer Planung parat, die eine geringere Verdichtung in der Bebauung vorsieht. Der rote Punkt am Bauzaun zur Brunnengasse hin belegt, seit wann gebaut werden könnte: Die amtliche Baugenehmigung stammt von 2013, nachdem es zuvor einen städtebaulichen Wettbewerb gab, bei dem die jetzige Konzeption siegte.

Die Bijouterie Dürrmenz Projekt GmbH & Co. KG gehörte zur Tübinger Sax-Gruppe, die sie 2015 an „Dolphin Trust“ verkauft hatte, was die Stadt eher zufällig erfuhr. Die Projekt-GmbH musste bis 30. August 2016 gegenüber der Stadt belegen, dass Bauarbeiten beauftragt worden sind. Der Nachweis ging ganz knapp zu Fristende im Rathaus ein.
Dolphin Trust ist der eigenen Beschreibung zufolge ein auf Baudenkmale spezialisierter Projektentwickler mit Sitz in Langenhagen bei Hannover. Das Unternehmen sei in Deutschland vornehmlich im Bereich des Wohnungsbaus tätig und bewirtschafte gegenwärtig ein Portfolio von rund sechzig Projekten mit einem Volumen von etwa einer Milliarde Euro.

Jetzt zieht die zweite Frist mit der bis Silvester zu verbauenden Summe von 300.000 Euro. Kann in vier Wochen, abzüglich Weihnachten, die Auflage erfüllt werden? Ist es ein Strohfeuer oder wird das gesamte Projekt doch noch zur Jahresmitte 2017 fertig? Das ist die letzte Frist zur Fertigstellung, sonst kann das Unternehmen Sanierungszuschüsse von Land und Stadt in den Kamin schreiben. Inzwischen setzte der Gemeinderat einen Ausschuss zur Akteneinsicht ein, der die Ursachen für die Verzögerungen prüfen soll.