Neues Baugebiet in Großglattbach

16.12.2016

Heute erster Spatenstich für die Erschließung des Areals "Pforzheimer Weg" - Knapp 60 Bauplätze

Großglattbach - Die Großglattbacher mussten lange darauf warten: Heute endlich gab es den ersten Spatenstich für das neue Wohngebiet "Pforzheimer Weg". Knapp 60 Bauplätze entstehen, 28 davon verkauft die Stadt. Die Kommune bevorzugt in der ersten Runde die Großglattbacher Bewerber, sagte Oberbürgermeister Frank Schneider. Am vergangenen Dienstag vergab der Gemeinderat den 1,5-Millionen-Euro-Auftrag für die Erschließung an das Vaihinger Bauunternehmen Gebrüder Ezel, die Erschließungsarbeiten beginnen am 9. Januar 2017 und sollen im kommenden November abgeschlossen sein. Dann sind die Häuslesbauer am Zug.

Das zukünftige Wohngebiet besitzt eine Gesamtgröße von etwa drei Hektar, die neben dem eigentlichen Baugebiet auch neu anzulegende Parkplätze für den benachbarten Friedhof und die dort erforderlichen Abstandsflächen beinhalten. Das Nettobauland beläuft sich auf 2,2 Hektar. Die Vorgabe des Gemeinderates:

  • Bebauung mit rund 80 Prozent Einfamilien- und 20 Prozent Doppelhäusern
  • Grundstücksgrößen bei Doppelhäusern zwischen 250 bis 300 Quadratmetern und bei Einfamilienhäusern zwischen 400 und 450 Quadratmeter.

Schon bei der Aufstellung des Flächennutzungsplanes für die Stadt Mühlacker war klar: Großglattbach braucht ein Wohngebiet für den Eigenbedarf. Doch Jahre vergingen, bis der FNP rechtskräftig wurde. Das war im Sommer 2013 der Fall. Der Gemeinderatsausschuss für Umwelt und Technik eröffnete das Bebauungsplanverfahren im April 2014. Die PEG GmbH bekam den Auftrag, mit den Grundstückseigentümern einen städtebaulichen Vertrag abzuschließen, der die Eigentümer verpflichtet, die gesamten Kosten des Verfahrens und der Erschließung zu tragen. An der Stadt bleibt nichts hängen. Siegfried Gerst, Geschäftsführer der Planungs- und Entwicklungsgesellschaft ( PEG) GmbH Baden-Württemberg, bezifferte heute diese Kosten auf 90 Euro pro Quadratmeter.

Im September 2014 kam es bei Grabarbeiten, veranlasst vom Landesdenkmalamt, zu archäologischen Funden am Rande des Baugebiets. "Zum Glück nicht erst während der Erschließungsarbeiten", sagte Gerst. Zudem mussten alle Grundstückseigentümer ihre Unterschrift unter den städtbaulichen Vertrag setzen, letztlich konnte im vergangenen Sommer die Umlegung abgeschlossen werden.

Die Stromversorgung des Wohngebiets wird auf den höheren Energiebedarf durch Elektroautos ausgelegt. Zudem sollen mindestens zwei Unternehmen gleich schnelles Internet via Glasfaser anbieten. Der Anschluss an die benachbarte Landesstraße erfolgt über einen noch zu bauenden Kreisverkehr am Ortseingang.

Erstmals bei einem Baugebiet in Mühlacker fand die Kommune eine Strategie gegen spätere Baulücken. Wer Fläche in die Umlegung einbrachte, die in der Zuteilung zu zwei oder mehreren Bauplätzen reicht, bekommt vom zweiten Bauplatz an eine Überbauungsverpflichung von maximal sieben Jahren. Nur der erste Platz bleibt frei davon.